Am 26. Februar 2018 wird der Fiat Tipo 30 Jahre alt. Das sind 30 Jahre voller Leben und Erfolge.
Um den Jahrestag der Mutter aller modernen Fiat-Mittelklassewagen zu feiern, sollte man einen Blick auf seine Geschichte werfen.
Fiat macht seinen Sachen in großem Stil. Am 26. Februar 1988 wird der Fiat Tipo, das neue Mittelklassefahrzeug des Turiner Autohauses der internationalen Presse präsentiert. Per Satellit wird eine TV-Konferenz geschaltet, die das Mirafiori-Büro von Vittorio Ghidella - dem Geschäftsführer von Fiat Auto - mit den randvollen Sälen in Frankfurt, Madrid, London, Paris und Rom verbindet. Nach der Konferenz können alle Journalisten die neuen Fahrzeuge in den jeweiligen Städten testen.
Den Anfang des Fiat Tipo machte eine Schräghecklimousine mit 5 Sitzen, einem sehr langen Radstand (254mm) und ganz außen angebrachten Rädern, um innen den vollen Platz zu nutzen. Es ist der erste Fiat mit verzinktem Blech an beiden Seiten der am meisten ausgesetzten Teile, d.h. über 75% der gesamten Blechteile. Das Auto sticht durch seine moderne Heckklappe aus Kunststoffmaterial hervor, die leicht und rostfrei ist und sich mühelos öffnen lässt. Große Aufmerksamkeit zieht auch die Aerodynamik (Cx 0,31), best in class der Kategorie, auf sich. Aber es ist die geräumige Fahrerkabine, die den Tipo am meisten auszeichnet und die dank der Öffnung von sage und schreibe 80° der Vorder- und Hintertüren leicht zugänglich ist. Bemerkenswert auch die Sicht dank großzügiger Fensterscheiben.
Mit einer Investition von zweitausend Milliarden Lire, davon wird ein Großteil konzentriert in die Automatisierung der Anlagen von Cassino gesteckt, wird der Tipo aufgrund seiner technologischen Aspekte als ein innovatives Fahrzeug, aufgrund seines großzügigen Innenraums als ein funktionales und durch den Einsatz von hochfesten Stählen als ein robustes und sicheres Auto angeboten. Mit einem breit gefächerten Angebot von 5 Motorisierungen, die von einfach bis effizient reichen, eignet er sich für verschiedenste Anforderungen: 3 Benziner (1,1, 56 PS; 1,4 71 PS und 1,6 82 PS) und 2 Diesel (1,7 mit 58 PS und ein vorverdichteter 1,9 mit 90 PS).
Das neue Fahrzeug wird in zwei Ausstattungsklassen angeboten. Außen unterscheiden sich Ausstattung und Version nur minimal in ihrer Karosserie und den Typenschildern an den Seitenblinkern. Auf weitere Unterscheidungsmerkmale wird bewusst verzichtet, um alleine mit dem Namen „Tipo“ die grundsätzliche Idee von Neuheit und ausgereiften Inhalten des Modells hervorzuheben.
Das digitale Armaturenbrett, vor allem aber die Antriebskontrolle Antiskid, kombiniert mit dem ABS, zählen zu jener Zeit zu den technischen Hochleistungen, die den Fiat Tipo auszeichnen. Dazu reihen sich innovative Aspekte der Ergonomie für den Innenraum und ein sportliches Outfit der Versionen mit 16 Zylindern.
Bei den technischen Aspekten stechen das digitale Armaturenbrett, das der Ausstattung Digit ihren Namen verleiht, und die erstmals bei einem Fahrzeug dieser Kategorie vorhandene elektronische Antriebskontrolle Antiskid, hergestellt von Bosch und integriert ins ABS, das Antiblockiersystem, das ein Blockieren der Räder beim Bremsen verhindert, hervor. Im Fahrerraum sind alle Schalter für vordere und hintere Licht- und Scheibenwischerfunktionen rationell in die neuen „Devio-Fiat“ gruppiert, zwei symmetrisch hinter dem Lenkrad angeordnete Hebel, so dass am Armaturenbrett nur noch die Schalter der Klimaanlage verbleiben. Neu ist auch die Handschaltung mit 5 Gängen, die komplett neu entworfen wurde, um Vibrationen und Lärm zu reduzieren und somit Schaltschnelligkeit und Präzision zu optimieren.
Noch im Laufe der ersten Serie, die von Januar 1988 bis März 1993 produziert wurde, kamen Benziner-Motoren mit elektronischer Einspritzung (1,6 und 1,8) und Zylinderkopf mit 4 Ventilen pro Zylinder auf den Markt. Damit erreichten der 1,8 eine PS-Zahl von 136 und der 2,0 eine von 145. Die Versionen mit diesen sportlicheren Motoren erhielten den Namen „16 Ventilmotor“ bzw. das Kürzel 16V. Im Jahr 1993 debütierte die zweite Serie, die bis 1995 produziert wurde und die alle auf Euronorm 1 gebliebenen Motoren umstellte. Darüber hinaus ergänzte sie die sportlicheren Modelle durch eine neue Version mit 3 Türen.
Der Fiat Tipo vor 30 Jahren war das Ergebnis eines innovativen Projektes, entwickelt auf untereinander differenzierten und komplementären Leitlinien: die Fiat-Ingenieure entwarfen ein Modell, das kompromisslos ein hohes Niveau an Fahrbarkeit, Performance, Komfort und Sicherheit bieten konnte, und konzentrierten sich mehr als je zuvor auf ergonomische Aspekte. Der Tipo zeichnete sich durch seinen Innenraum, Zugänglichkeit, Fahrerposition, Anordnung der Sitze und Schalter, Sicht und Lesbarkeit der Instrumente aus. Fahrer und Fahrgäste standen tatsächlich im Mittelpunkt des Projektes. Darüber hinaus glänzte der Tipo durch seine präzise Konstruktion dank innovativer Herstellungstechniken und hoher Automation, sowie durch edle Materialien, die eine hohe Zuverlässigkeit und sichere Beständigkeit für langwährende Qualität garantierten.
Inspiriert von den Grundwerten des Tipo und seiner konstruktiven Philosophie hat die Automarke Fiat entschieden, den Namen für ihr neues Fahrzeug der Mittelklasse wieder aufzunehmen, das 2015 in 3 Karosserie-Versionen vorgestellt wurde: 4 Türen (Stufenhecklimousine), 5 Türen (Hatchback) und Station Wagon. Die Besonderheit und der Esprit des Tipo der 80er und 90er Jahre wurden „destilliert“ und neu aufgelegt: großer Innenraum, Klarheit und Funktionalität zu Preisen und Betriebskosten, die zu den niedrigsten der Kategorie zählen.