Der größte Traum eines Vaters? Eine große Familie! Aber in nur wenigen Ausnahmefällen ist dieser Traum von so gewaltiger und über alle Maßstäbe hinausreichender Größe.
Dieses Schicksal widerfuhr Giovanni Agnelli, Großvater des gleichnamigen „Rechtsanwaltes”; Nicola Romeo, der, wenn auch nicht als Gründer doch zu den „Vätern“ von Alfa Romeo zählt, und zwei weitere Herren, nach denen die von ihnen erfundenen Automarken benannt wurden: Karl Abarth und Vincenzo Lancia. Und hier sind sie, die 4 großen Väter des italienischen Automobils.
Giovanni Agnelli ist der Stammvater der Familie, die noch heute Eigentümerin des Brands FIAT, dem „Herzen“ der FCA Group, ist.
Er selbst war es, der gemeinsam mit anderen Unternehmen im mittlerweile weit zurückliegenden Jahr 1899 die Fabbrica Italiana Automobili Torino gründete. Später wurde er Geschäftsführer und Präsident. Er hegte den großen, modernen Traum, alle Leute mobil zu machen. Davon zeugen der Tipo 1 Fiacre von 1908, das erste, als Taxi gebaute FIAT-Fahrzeug, der im Jahr 1910 entworfene und 1912 vermarktete FIAT Zero, ein erstes Beispiel für ein Auto „für alle“, und ab 1936 der super-sympathische Topolino mit seinem unschlagbaren Erfolg.
A.L.F.A., die Anonima Lombarda Fabbrica Automobili entstand hingegen am 24. Juni 1910 aus einer Seilschaft von Unternehmern, an deren Spitze Ugo Stella stand. Der endgültige Name Alfa Romeo erschien dann etwa zehn Jahre später und war dem Beitritt des Ingenieurs Nicola Romeo sowie der Spezialisierung auf Motorsportautos zu verdanken.
Durch die Siege bei der Mille Miglia, der Targa Florio (seit 1923, mit der Entstehung des Quadrifoglio) und den Großen Preisen ist das Unternehmen zwischen den Modellen Sport und Turismo untrennbar verbunden mit der Faszination des Racing und wegweisenden Männern wie Giuseppe Merosi, dem ersten Konstrukteur, und Vittorio Jano, dem „Vater“ der legendären Alfa Romeo Fahrzeuge zwischen den beiden Weltkriegen. Nicht zu vergessen auch Giuseppe Luraghi und Orazio Satta Puliga, um nur einige weitere zu nennen.
Karl Abarth kam in Österreich zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie zur Welt, wurde später aber italienischer Staatsbürger. Nach einer Karriere als Motorradrennfaher, die durch einen schweren Unfall endete, stieg er erfolgreich auf das Seitenwagenrennen um. Seine Wettkampferfahrung und sein Talent bei der Einstellung und Ausarbeitung von Motoren veranlassen ihn, im Jahr 1949 das gleichnamige Unternehmen zu gründen. Symbol wird der Skorpion, sein Sternzeichen, aber auch Emblem der angriffslustigen Motoren. Und so verdanken wir tatsächlich Abarth einige der berühmten Neuauflagen, unter denen wahrscheinlich am meisten die des Fiat 600 hervorsticht, die zuerst mit den Abarth-Auspuffrohren und später mit dem „Transformations-Kit“ (1955-1956) vermarktet wurden.
Vincenzo Lancia arbeitete gemeinsam mit Giovanni Agnelli bei FIAT, doch dank seinem willensstarken und temperamentvollen Charakter machte er sich 1906 mit Modellen selbstständig, die seinen Namen trugen. Genial und unermüdlich, und auch in der Racing-Welt ein Protagonist, widmete er sich mit vollem geistigen und körperlichen Einsatz der Produktion von Lancia-Automobilen. Im Jahr 1930 unterstützte er mit weiteren Unternehmern die Gründung eines anderen legendären Brands, das des Karosseriebauunternehmens Pininfarina.
Ein x-tes Beispiel dafür, wie es sich diese großen Unternehmer und Konstrukteure auf die Fahnen geschrieben hatten, nicht nur Väter einer Familie, sondern auch von Unternehmen, Innovationen und Träumen zu werden. Persönlichkeiten, die heute zu Recht von vielen Millionen Autofahrern in Italien und der ganzen Welt am 19. März ein bisschen wie der eigene „Papa“ gefeiert werden können.
Erwähnenswert ist auch die vom Panda Raid 2017 geförderte Solidaritätskampagne, die mithilfe der Teams 20 kg Schulmaterial pro teilnehmendem Auto direkt einer Schule in einem abgelegenen marokkanischen Dorf spendet. Kurzum, eine Art und Weise, Lebensfreude durch Fahrfreude zu bereichern. Denn seien wir ehrlich, es gibt im Grunde genommen nur zwei Arten, das eigene Abenteuer in vollen Zügen zu genießen. In den Straßen von Madrid, in den grenzenlosen Wüsten Marokkos oder im mitreißenden Getümmel von Marrakech: kurz und gut, überall.